TFP... alles was dazu gehört

Der Ausdruck "TFP” ist die Abkürzung von“Time for Prints” und wurde in Zeiten etabliert, als Fotodrucke noch gebräuchlicher waren, als die heutigen digitalen Bilder.  

Bei einem Shooting auf TFP-Basis geht es darum, dass alle Beteiligten ihre Zeit und Talente in ein Fotoprojekt investieren und anschließend Nutzungsrechte an den entstandenen Bildern erhalten.  Jeder trägt seine eigenen Kosten und jede Partei profitiert durch den Einsatz der anderen.

Ich schaue wirklich genau hin, ob mir durch eine Zusammenarbeit ein Mehrwert entsteht, denn meine Freizeit ist durch Familie sehr begrenzt.

Das Gefühl eines Mehrwertes kommt bei den meisten TFP-Bewerbung leider schon beim ersten Anschreiben nicht auf.

Meistens habe ich sehr schnell den Eindruck, dass es dem Model nur darum geht, ein kostenloses Fotoshooting zu erringen, weil absolut kein Einsatz gezeigt wird. 

Ich habe auch schon Bewerbungen erhalten, die sich deutlich wie ein Rundschreiben lasen und vermutlich von den Modellen per copy & paste relativ wahllos an Hinz und Kunz verschickt wurden.

Besonders häufig (!) kommen folgende einleitenden Sätze in TFB-Bewerbungen vor:

“Ich folge Dir schon lange (auf Social Media) und finde Deine Bilder so toll. Ich würde mich mega freuen, wenn Du Lust hast, mit mir zu shooten!”   

“Deine Bilder sind mega. Von wo kommst Du denn?"   

"Oh, so teuer ist ein Shooting bei Dir? Dann muss ich noch etwas sparen. Aber wenn  ich mal in ein TFP Projekt von Dir passen sollte, meld Dich gerne."    

“Ich möchte gerne so etwas wie auf deinem letzten Bild auf Insta machen”   

"Ich bin in zwei Wochen bei dir in der Gegend. Hast du Lust da mit mir zu shooten?" 

"Ich habe ein Ballkleid und würde das gerne in einem Schloss shooten."  

"Ich habe ein Ballkleid und wir könnten das im Wald shooten."  

Mit dieser Art Nachrichten disqualifiziert man sich sozusagen sofort und eigentlich meine ich, dass das völlig nachvollziehbar sein sollte.

Eine vernünftige TfP-Bewerbung, die einen guten Eindruck macht und Aussicht auf Erfolg hat, sieht anders aus.

Zunächst möchte ich gerne aussagekräftige Bilder des Models sehen. Und das bitte bitte direkt im Anschreiben.  Dies sollten Bilder aus Projekten sein, aus denen hervorgeht, dass das Model posing-,mimiksicher und ausdrucksstark ist. Zusätzlich gerne noch ein Selfie ohne jegliches Makeup. Bitte auch Link zur Modelseite auf Socialmedia um sehen zu können, mit wem das Model schon zusammengearbeitet hat.

Eine Foto-Idee , die sich bisher so nicht in meinem Portfolio befindet, ist wichtig. Warum sollte ich das 500. Ballkleid im Wald auf TFP fotografieren wollen?! 

Meine eigenen Ideen setze ich meistens mit Modellen um, die ich gut kenne und mit denen ich schon mehrfach zusammen gearbeitet habe. Oder aber ich suche gezielt nach einem bestimmten Typ. 

Ich stelle meinen Fundus in der Regel NICHT für TFP Projekte zur Verfügung und baue auch keine aufwändigen Sets!  Das Model sollte also entweder ein spannendes Outfit besitzen oder sich selbstständig etwas bei einem Designer besorgen.  Von dem entsprechenden Outfit bitte auch mindestens ein Bild mit der Bewerbung schicken. Selbiges gilt für die Location. Shootingzeit in einem Schloss o.ä. gibt es übrigens nicht kostenlos und schlägt meist mit mehreren 100€ zu Buche. Fotografen bekommen da keine Flatrate.

Das Model sollte entweder selbst in der Lage sein, sich professionell zu stylen, oder eine passende Stylistin mit ins Boot holen.  Auch hierzu direkt Info in der Bewerbung geben.

Last but not least gibt es bei mir einen TFP-Vertrag, der vor Beginn des Shootings von mir und dem Model zu unterzeichnen ist.  Darin werden Nutzungsrechte und ähnliches geregelt.

An dieser Stelle ein Dankeschön an alle TFP Modelle der letzten Jahre, die sich wirklich nett und vernünftig bei mir vorgestellt haben und mit Einsatz bei der Sache waren. Ihr wart nicht viele. :)